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Anlagenbauer LINGL ist gerettet

Für den Krumbacher Hersteller von Maschinen und Anlagen Hans Lingl Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH & Co KG (Lingl) wurde ein Käufer gefunden. Investor ist die Familie Schug aus Pressath in der Oberpfalz.

Familie Schug kauft Krumbacher Betrieb – Alle Mitarbeiter werden übernommen 

Lingl wurde 1938 gegründet und ist einer der international führenden Hersteller von Maschinen und Anlagen in den Bereichen Grobkeramik, Sanitär- und Technische-Keramik sowie Automatisierung und Robotik. Das Unternehmen hatte am 5. Oktober 2020 Insolvenz angemeldet, zum Insolvenzverwalter wurde Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz von der Neu-Ulmer Kanzlei SGP Schneider Geiwitz bestellt. Vor Ort bei Lingl ist SGP-Partner Christian Plail für die Betreuung des Verfahrens zuständig.

 

Alle Mitarbeiter werden übernommen

Durch den Verkauf an die Unternehmerfamilie Schug ist der Fortbestand des Traditionsbetriebes nun langfristig gesichert. Alle 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden übernommen. Im Zuge des Verfahrens hatte bereits ein erheblicher Abbau von Arbeitsplätzen stattgefunden. Rund 120 ehemalige Beschäftigte von Lingl wechselten in eine Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft. 

 

Hubert Schug: „Wir wollen Lingl langfristig entwickeln“

Die Unternehmerfamilie Schug ist unter anderem Inhaber der Lippert GmbH & Co. KG (Lippert), einem Maschinenbauunternehmen aus Pressath in der Oberpfalz. Lippert ist Spezialist für Anlagen der Porzellanindustrie, Fördertechnik und Automatisierungslösungen. Bei dem international agierenden Familienunternehmen, das in der dritten Generation besteht, sind rund 370 Mitarbeiter beschäftigt „Aus unserer Sicht passen die beiden Unternehmen sehr gut zusammen. Es gibt eine Vielzahl von Synergien, die es nun zu heben gilt. Wir sehen uns als langfristigen, strategischen Investor, der den Standort erhalten und langfristige Weiterentwicklung fördern will“, erklärt Hubert Schug, CEO von Lippert.

 

Christian Plail: „Lingl wurde erfolgreich stabilisiert“

Nach dem Insolvenzantrag zum Jahresende 2020 lag der Schwerpunkt im Verfahren darin, die Produktion aufrecht zu erhalten und die bestehenden Kunden- und Lieferantenbeziehungen zu sichern. „Mit einer engagierten Belegschaft unter Leitung des Sanierungsgeschäftsführers Alexander Kögel ist es uns trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gelungen, den Geschäftsbetrieb im vollen Umfang aufrecht zu erhalten und notwendige Restrukturierungsmaßnahmen umzusetzen. Das war eine wesentliche Voraussetzung für die Gespräche mit möglichen Investoren. Wir hatten eine erfreuliche hohe Anzahl von Interessenten, bei der sich die Familie Schug letztendlich als idealer Partner für Lingl herausgestellt hat.“, erklärt Christian Plail, Leiter der Augsburger Kanzlei SGP Schneider Geiwitz.

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lingl wurden heute im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über die neue Entwicklung informiert. Die Übergabe des Geschäftsbetriebes ist für Anfang Mai vorgesehen. Dem Verkauf muss noch der Gläubigerausschuss zustimmen.

 



Verlag Dr. Otto Schmidt vom 23.04.2021 09:46

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