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Deutschlands Unternehmen parken derzeit die Rekordsumme von 688 Milliarden Euro bei ihren Banken

Das Freshfields Corporate Cash Barometer weist erstmals aus, wie viel Geld deutsche Unternehmen derzeit bei Banken und als Kasse geparkt haben

Allein seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 wuchs dieser Betrag um 126 Milliarden Euro

Für diesen Geldberg zahlen deutsche Unternehmen aktuelle einen Einlagenzins von minus 0,11 Prozent oder 734 Millionen Euro an ihre Banken

Die Realverzinsung nach Inflation liegt aktuell sogar auf einem Rekordtief von minus 4,64 Prozent

Die Unternehmen in Deutschland haben derzeit eine Rekordsumme von 688 Milliarden Euro auf ihren Bankkonten sowie als Kassenbestand geparkt und das trotz einer Belastung durch negative Zinsen von minus 0,11 Prozent. Dies geht aus dem erstmals veröffentlichten Freshfields Corporate Cash Barometer hervor. Demnach kostet sie die Lagerung der liquiden Mittel bei den Kreditinstituten rund 734 Millionen Euro im Jahr. Die Realverzinsung nach Inflation liegt aktuell sogar auf einem Rekordtief von minus 4,64 Prozent.

Das Freshfields Corporate Cash Barometer wurde von Barkow Consulting im Auftrag der internationalen Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer erstmals auf Basis von Daten der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) berechnet und bezieht sich auf liquide Mittel bestehend aus Bargeld, Sichtguthaben, Tages- und Festgeld deutscher Unternehmen. Die Details des Freshfields Corporate Cash Barometers können auf der Freshfields-Website heruntergeladen werden.

Berg an liquiden Mitteln wächst seit Pandemieausbruch rasant

Der Berg an geparkter Liquidität ist seit Ausbruch der Pandemie noch schneller gewachsen als zuvor. Lag der jährliche Zuwachs vor Ausbruch der Pandemie bei 3,1 Prozent (bis Februar 2020), wuchs der Betrag an finanziellen Mitteln zwischen März 2020 und März 2021 um fast 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Seit Ausbruch der Pandemie ist die Summe insgesamt um 126 Milliarden Euro auf 688 Milliarden Euro gestiegen.

Teure Rücklagen durch Rekordminuszinsen

 

Diese Rekordsumme bei den Banken zu parken, kostet die Unternehmen angesichts des aktuellen Zinsumfelds den Berechnungen zufolge aktuell 734 Millionen Euro (annualisiert und zu Ende September) an Negativzinsen oder Verwahrentgelten. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im September 2008 erzielten Unternehmen noch Zinseinnahmen von 11,6 Milliarden Euro für ihre liquiden Mittel.
Unter Berücksichtigung der Inflation liegt die Realverzinsung der von den Unternehmen bei Banken geparkten Mittel den Berechnungen zufolge zu Ende September bei minus 4,17 Prozent, zu Ende Oktober sogar bei 4,64 Prozent und damit auf einem Rekordtief.

 

 

 

Deutsche Unternehmen für die anstehenden Herausforderungen gut aufgestellt

 

Der Rekordstand des Freshfields Corporate Cash Barometers unterstreicht die Handlungsfähigkeit deutscher Firmen, aber auch den Handlungsdruck etwa mit Blick auf Investitionen, zum Beispiel dem Kauf von Wettbewerbern und Kompetenzführern. „Wir sehen, dass sich deutsche Firmen darauf vorbereiten, noch stärker durch Übernahme zu wachsen oder ihr Geschäftsmodell anzupassen. Der aktuelle M&A-Boom dürfte so schnell nicht zu einem Ende kommen“, sagte Dr. Wessel Heukamp, auf M&A spezialisierter Partner bei Freshfields.

„Die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen mit Blick auf nötige Veränderungen ihres Geschäftsmodells. Anpassungen etwa an den De-Karbonisierungszwang, schwieriger zu beherrschende Lieferketten, geo-strategische Krisenlagen und die Digitalisierung sind nur einige davon. Diese Bestandsaufnahme zeigt, das Corporate Germany aber über die finanziellen Mittel verfügt, diese Herausforderungen erfolgreich zu bestehen“, sagte Prof. Dr. Christoph H. Seibt, Corporate Partner bei Freshfields.



Verlag Dr. Otto Schmidt vom 15.11.2021 09:34

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