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PLUTA-Anwälte Willrodt und Scheinert als vorläufige Insolvenzverwalter von Dock Financial in Deutschland bestellt

München, 13. Juni 2024. Das Finanztechnologie-Unternehmen Dock Financial mit Sitz in München hat einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Das Amtsgericht München ordnete daraufhin am 22. Mai 2024 die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Für die Dock Financial GmbH bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Ivo-Meinert Willrodt von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Seine Kollegin Rechtsanwältin Marlene Scheinert ist als vorläufige Insolvenzverwalterin der Muttergesellschaft Dock Financial Capital GmbH bestellt. Beide Sanierungsexperten werden von Rechtsanwalt Mirko Möllen unterstützt.
                   
Nicht umgesetzte Finanzierungsrunde
                   
Der Grund der Antragstellung liegt in einer nicht umgesetzten Finanzierungsrunde, die zu Liquiditätsschwierigkeiten führte und die Antragstellung unumgänglich machte. Der Geschäftsbetrieb wird derzeit aufrechterhalten. Die beiden deutschen Gesellschaften beschäftigen rund 100 Mitarbeiter, die über den aktuellen Stand informiert wurden. Die Dock Financial GmbH betreibt das operative Geschäft in Deutschland, die Dock Financial Capital GmbH ist die Holding-Gesellschaft. Das PLUTA-Team analysierte in den vergangenen Wochen die Lage der beiden Gesellschaften. Aufgrund der herausfordernden finanziellen Situation mussten bereits Personalanpassungen erfolgen.
                   
PLUTA-Sanierungsexperte Willrodt erklärt: „Die Situation ist nicht leicht, die Rahmenbedingungen sind angesichts der regulatorischen Anforderungen sehr komplex. Wir führen den Geschäftsbetrieb derzeit fort, aber wir müssen den weiteren Verlauf Woche für Woche den betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen. Wir prüfen derzeit intensiv, ob wir einen Käufer für die Technologie des Start-ups finden können.“
                   
Kundenbeziehungen bestehen mit Gesellschaft in Luxemburg
                   
Dock Financial ist eine Technologie-Unternehmensgruppe mit Standorten in München und Luxemburg. Das 2021 gegründete Start-up bietet Zahlungskonto, Karte und Zahlungssysteme per API-Schnittstelle oder Frontend-Lösung für seine Partner an. Diese können damit Finanzprozesse digitalisieren und deren Verarbeitung vereinfachen. Die Lösung von Dock Financial erlaubt es Kunden, physische oder virtuelle Zahlkarten in Echtzeit zu generieren. Alle Systeme können entweder über API integriert oder als sofort einsatzbereite Plug & Play Lösung genutzt werden, abhängig von dem individuellen Use Case. Zu den Kunden gehören unter anderem Unternehmen der Finanz-, Versicherungs-, Mobilitäts-, Logistik- und Reisebranche.
                   
Die Insolvenzanträge gelten nur für die beiden deutschen Gesellschaften. Die Dock Financial GmbH entwickelt die Technologie, die Kundenbeziehungen verantwortet die Gesellschaft in Luxemburg. Die Dock Financial S.A. in Luxemburg ist zudem zuständig für die Zahlungskonten und -karten.
                                   
Das bedeutet: alle Kunden stehen im Vertragsverhältnis mit der Dock Financial S.A. für die regulierten Dienstleistungen. Alle Endkunden, die Fragen zu ihrem Konto haben, werden daher gebeten, sich an die Gesellschaft in Luxemburg zu wenden. Die Insolvenzverwalter können hierzu keine Auskunft geben.
                  



Verlag Dr. Otto Schmidt vom 13.06.2024 16:05

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