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Insolvenz von Leipziger Wirecard-Tochter: Gläubiger erhalten umfassende Quote ausgezahlt

(Leipzig, 13. Juni 2024) Im Insolvenzverfahren der Wirecard Communication Services GmbH (WCS) kann Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Dr. Nils Freudenberg von der Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung I Restrukturierung einen weiteren Erfolg verkünden. So startet bereits in diesem Frühherbst die Ausschüttung einer umfangreichen Schlussquote an die Gläubiger. Die Quote liegt dabei bei 65 Prozent. Zusammen mit einer bereits geleisteten Abschlagszahlung von 25 Prozent ergib sich so eine Gesamtquote von 90 Prozent. Damit ist das Verfahren der WCS das bisher erfolgreichste der Wirecard-Gesellschaften und außerdem das schnellste: Die Schlussrechnungsprüfung ist bereits bestätigt und der Schlusstermin vor dem Amtsgericht Leipzig ist für den 9. Juli 2024 terminiert. Insolvenzverwalter Freudenberg rechnet mit einem Abschluss des Insolvenzverfahrens spätestens zum Jahresende 2024. Damit wäre es zügig innerhalb von vier Jahren abgeschlossen.

 

Geschäftsbetrieb bereits 2020 durch übertragende Sanierung gerettet

Das Leipziger Tochterunternehmen der Wirecard AG mit rund 200 Mitarbeitern hatte am 3. Juli 2020 einen Insolvenzantrag gestellt. Ursache hierfür war die Insolvenz der Konzernmutter Wirecard AG selbst. Diese war unausweichlich geworden, als durch Abschlussprüfer Zweifel an der Existenz von Treuhandkonten mit einem Guthaben von 1,9 Milliarden Euro bekannt geworden waren. Rechtsanwalt Freudenberg wurde in der Folge vom Amtsgericht Leipzig als Insolvenzverwalter bestellt.

 

Gemeinsam mit Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, und seinem Team wurde im Verfahren ein Investorenprozess initiiert. Dadurch konnte innerhalb kurzer Zeit ein Käufer für den Geschäftsbetrieb der insolventen Wirecard Communication Services GmbH gefunden und der Großteil der Arbeitsplätze gerettet werden. IDnow, ein Anbieter von Identity-Verification-as-a-Service-Lösungen mit Sitz in München, übernahm kurz nach Verfahrenseröffnung, am 1. September 2020 im Rahmen eines Asset Deals das Leipziger Call Center. Den komplexen rechtlichen Part im Insolvenzverfahren betreute Rechtsanwalt Stefan Ettelt, Inhaber der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt. Zu diesen Aufgaben gehörten unter anderem die Beratung der Geschäftsführung zu möglichen Sanierungsansätzen, die Einleitung des Insolvenzverfahrens und die Vertragsgestaltung der Unternehmenstransaktion.



Verlag Dr. Otto Schmidt vom 13.06.2024 16:08

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