PVL-Gruppe: Insolvenzverwalter verhandelt mit Investoren

25.03.2020

Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun will wesentliche Teile des Kabel- und Elektrotechnik-Spezialisten PVL-Gruppe im Wege einer Investorenlösung sanieren. Für die Kabeltechnik-Sparte des Unternehmens muss unterdessen die Stilllegung vorbereitet werden.

Cadolzburg/Fürth. „Unser Ziel ist, einen größtmöglichen Teil der PVL-Gruppe und der damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten“, betonte Böhm, der den Geschäftsbetrieb seit der Insolvenzanmeldung am 27. Januar 2020 vollumfänglich fortführt. Parallel dazu hatte Böhm einen Investorenprozesses gestartet und verhandelt derzeit mit mehreren Interessenten um eine mögliche Übernahme. „Vor allem an der Sparte Zündungstechnik ist das Investoreninteresse hoch“, sagte Böhm. „Für die Druckguss-Sparte gibt es ebenfalls mehrere Interessenten.“ Böhm hatte nach dem Insolvenzantrag mit dem wesentlichen Druckguss-Kunden Zugeständnisse bei den Konditionen ausgehandelt, so dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden konnte. Im Geschäftsbereich Zündungstechnik sind 46 Mitarbeiter beschäftigt; in der Sparte Druckguss sind es 34 Mitarbeiter.

Für den Geschäftsbereich Kabeltechnik muss Böhm jedoch die Stilllegung vorbereiten. Dort war im Januar der Hauptkunde weggefallen. Aufgrund der Haftungs- und Finanzierungsstruktur innerhalb der Gruppe mussten daraufhin auch alle weiteren Gruppen-Gesellschaften jeweils Insolvenzantrag stellen. „Eine Investorenlösung für den Bereich Kabeltechnik ist aufgrund der schlechten Auftragslage nicht in Sicht“, erläuterte Böhm. „Um die gesunden Teile der Gruppe zu erhalten, ist deshalb eine Schließung des Geschäftsbereichs unumgänglich.“ Ein Insolvenzverwalter darf einen Geschäftsbetrieb in einem Insolvenzverfahren nicht fortführen, wenn dadurch die Gläubiger weiter geschädigt würden. Böhm hat die betroffenen 28 Mitarbeiter bereits informiert, die nun gekündigt werden müssen.

Böhm plant, den Geschäftsbetrieb der übrigen Unternehmenssparten auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiter fortzuführen. „Die geplante Stilllegung der Kabeltechnik-Sparte hat zunächst keine Auswirkungen auf die übrigen Teile der Unternehmensgruppe“ betonte Böhm. „Der Geschäftsbetrieb und Investorensuche gehen dort ohne Einschränkungen weiter, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten weiter ihre Löhne und Gehälter.“ Böhm wird dabei von PVL-Geschäftsführer Andreas Probosch unterstützt. Inwiefern die jüngsten Entwicklungen infolge der Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf den Sanierungsprozess für die PVL-Gruppe haben werden, lässt sich allerdings noch nicht absehen.

Die PVL-Gruppe ist ein mittelständischer Hersteller von elektronischen Zündsystemen, Alu-Druckgussteilen und Kabeltechnik für die Kleinmotoren-, Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie. Das Unternehmen mit Sitz im mittelfränkischen Cadolzburg und einer weiterern Produktionsstätte im unterfränkischen Sugenheim erwirtschaftet mit rund 80 Mitarbeitern rd. 12 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

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