ZIP 2021, 43

Verlag Dr. Otto Schmidt KG, Köln Verlag Dr. Otto Schmidt KG, Köln 0723-9416 Zeitschrift für Wirtschaftsrecht ZIP 2021 RechtsprechungVertrags- und HaftungsrechtBGB §§ 398, 432, 556d, 556g Abs. 1, 3, § 556g Abs. 2 a. F.Rückforderung von aufgrund Mietpreisbremse zu viel gezahlter Miete durch einen Mieter an alle Mitmieter BGB§ 398 BGB§ 432 BGB§ 556d BGB§ 556g BGB a.F.§ 556g BGH, Urt. v. 27.05.2020 – VIII ZR 45/19 (LG Berlin) +BGHUrt.27.5.2020VIII ZR 45/19LG Berlin

Leitsätze des Gerichts:

1. Im Falle einer Mietermehrheit kann zwar ein Mieter allein Rückzahlung zu viel gezahlter Miete und Auskunftserteilung verlangen. Er ist insoweit jedoch nur als Mitgläubiger berechtigt (Anschluss an und Fortführung von Senatsurt. v. 28. 4. 2010 – VIII ZR 263/09, NJW 2010, 1965, Rz. 10 f.) und kann daher nur Zahlung bzw. Auskunftserteilung an alle Mieter verlangen. Dieses eigene Forderungsrecht kann der Mieter ohne Mitwirkung der Mitmieter wirksam abtreten.
2. Bei einer Mietermehrheit genügt es den Anforderungen des § 556g Abs. 2 BGB a. F., wenn die Rüge (nur) von einem Mieter erhoben wird. Es handelt sich hierbei nicht um eine Willenserklärung, sondern um eine geschäftsähnliche Handlung.
3. Die Mietenbegrenzungsverordnung des Landes Berlin genügt den in der Ermächtigungsgrundlage des § 556d Abs. 2 Satz 5 bis 7 BGB ausdrücklich gestellten Begründungsanforderungen. Durch die Veröffentlichung auf der Internetseite des Berliner Abgeordnetenhauses ist sie auch von einer amtlichen Stelle und für die Öffentlichkeit leicht zugänglich bekannt gemacht worden (Anschluss an Senatsurt. v. 17. 7. 2019 – VIII ZR 130/18, NJW 2019, 2844, Rz. 34, 37).

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