ZIP 2014, 445

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2014AufsätzeSebastian Mock*

Die Vergütung des vorinsolvenzlichen Sanierungsberaters

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellt für die Möglichkeit der Hinzuziehung externen Sanierungssachverstands eine grundlegende Zäsur dar. Während vor der Eröffnung der Grundsatz der Vertragsautonomie gilt und der Schuldner uneingeschränkt auf eine externe Sanierungsberatung zurückgreifen kann, wird der Zeitraum nach der Eröffnung des Insolvenzverfahren durch eine dominante Stellung des (Insolvenz-)Verwalters geprägt. Dies spiegelt sich auch im Vergütungsrecht wider. Denn das Vergütungsrecht nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird durch das insolvenzrechtliche Vergütungsregime der §§ 63 ff. InsO und der InsVV bestimmt, wonach im Grundsatz nur eine Vergütung des (Insolvenz-)Verwalters für seine Tätigkeit im Insolvenzverfahren vorgesehen ist, die auch nur gerichtlich festgesetzt werden kann (§ 64 InsO). Die Vergütung des Sanierungsberaters für dessen Tätigkeit im Vorfeld der Insolvenz kann hingegen vertraglich frei vereinbart werden. Diese strikte Trennung entspricht allerdings nicht immer der Sanierungsrealität, da oftmals eine Verschränkung der Tätigkeiten des Sanierungsberaters und des späteren (Insolvenz-)Verwalters zu verzeichnen ist, die letztlich auch im Vergütungsrecht ihren Niederschlag finden muss. Darüber hinaus besteht bei einem übermäßigen Einsatz von Sanierungsberatern im Vorfeld der Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Gefahr einer Auszehrung der Insolvenzmasse, ohne dass die Sanierung des schuldnerischen Unternehmens tatsächlich vorangetrieben wird. Diese beiden Aspekte haben durch die im Rahmen des ESUG vom 7.12.2011 (BGBl I, 2582) geschaffenen Einflussnahmemöglichkeiten des Schuldners und der Gläubiger auf die Auswahl des Insolvenzverwalters an Bedeutung gewonnen, da im Vorfeld des Insolvenzverfahrens nunmehr im verstärkten Maße zentrale Weichen für dieses gestellt und einzelne Aufgaben bereits vorweggenommen werden können (s. I). Diese Aufgabenverschränkung wirft die Frage nach etwaigen Vorwirkungen des insolvenzrechtlichen Vergütungssystems auf die Vergütung von Sanierungsberatern (s. II), nach den Auswirkungen der Sanierungsberatung auf das insolvenzrechtliche Vergütungsregime (s. III) und schließlich nach einer Verhinderung der ungerechtfertigten Aufzehrung der Insolvenzmasse durch den Einsatz von Sanierungsberatern (s. IV) auf.
*
Dr. iur., LL.M. (NYU), Attorney-at-Law (New York), Privatdozent, derzeit Vertreter der Professur für Sozialrecht, Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht (Prof. Dr. Heinz-Dietrich Steinmeyer) an der Universität Münster

Der Inhalt dieses Beitrags ist nicht frei verfügbar.

Für Abonnenten ist der Zugang zu Aufsätzen und Rechtsprechung frei.

Verlagsadresse

Verlag Dr. Otto Schmidt KG

Gustav-Heinemann-Ufer 58

50968 Köln

Kontakt

Tel.: 0221/93738-997

Fax: 0221/93738-943

E-Mail: kundenservice@otto-schmidt.de


Servicezeiten: Mo–Fr 8–17 Uhr

© 2020 Verlag Dr. Otto Schmidt KG

Erweiterte Suche

Seminare

Rubriken

Veranstaltungsarten

Zeitraum

Bücher

Rechtsgebiete

Reihen



Zeitschriften

Aktuell