ZIP 2011, 868

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2011RechtsprechungGesellschafts- und KapitalmarktrechtAktG § 93 Abs. 1; ZPO § 287Erstreckung der Schadensersatzpflicht eines Vorstands auf Ersatz der angemessenen Vergütung aus anwaltlicher HonorarvereinbarungAktG§ 93ZPO§ 287OLG München, Urt. v. 21.07.2010 – 7 U 1879/10 (rechtskräftig; LG München I), AG 2011, 204OLG MünchenUrt.21.7.20107 U 1879/10rechtskräftigAG 2011, 204LG München I

Leitsätze des Gerichts:

1. Ist ein Vorstand zum Schadensersatz gegenüber seiner Gesellschaft verpflichtet, muss er, sofern es sich um Rechtsanwaltskosten handelt, auch angemessene Vergütungen aus Honorarvereinbarungen entrichten, wenn in dem konkreten Streitfall eine Abrechnung nach RVG nicht üblich ist.
2. Eine pauschale Schätzung nach § 287 ZPO ist allerdings unzulässig. Zur Berechnung des (Mindest-)Schadens müssen sich aus der zugrunde liegenden anwaltlichen Honorarabrechnung die Positionen eindeutig ergeben, die auf das Verhalten des Schädigers zurückzuführen sind. Eine Schätzung nach § 287 ZPO ist darüber hinaus nur in engen Grenzen zulässig.
Mitgeteilt von Richterin am OLG Annette Neumair, München

Anmerkung der Redaktion:

Siehe hierzu auch den Kurzkommentar von Redeke, EWiR 2011, 265.

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