ZIP 2010, A 3

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BGH: Keine Sekundärhaftung des Abschlussprüfers

Der als Jahresabschlussprüfer tätige Wirtschaftsprüfer unterliegt nicht der für Architekten sowie Rechtsanwälte und Steuerberater entwickelten Sekundärhaftung. Das hat der BGH mit Urteil vom 10.12.2009 (VII ZR 42/08) entschieden.
Das Berufsbild des als Jahresabschlussprüfer tätigen Wirtschaftsprüfers sei mit demjenigen des Rechtsanwalts und Steuerberaters nicht vergleichbar. Im Gegensatz zu diesen habe er den Auftraggeber nicht umfassend rechtlich zu beraten. Seine Beratungs- und Prüfungspflicht beschränke sich auf den Jahresabschluss. Damit fehle es von vornherein an einer tragfähigen Grundlage für die Sekundärhaftung. Diese könne nicht allein daraus hergeleitet werden, dass die Verjährung für Ansprüche gegen Wirtschaftsprüfer nach altem Recht kenntnisunabhängig läuft. Dies beruhe auf der Entscheidung des Gesetzgebers und sei hinzunehmen. Im Übrigen gelte für Wirtschaftsprüfer eine fünfjährige und damit zwei Jahre längere Frist, so dass die Interessen des Auftraggebers nicht in dem Maße beeinträchtigt sind wie bei der Inanspruchnahme von Rechtsanwälten oder Steuerberatern. Daher bestehe kein Bedürfnis für eine Sekundärhaftung.
Darüber hinaus hat der BGH entschieden, dass der für eine Pflichtverletzung haftende Jahresabschlussprüfer der Gesellschaft die Mitverursachung des entstandenen Schadens durch ihren Geschäftsführer grund-ZIP 2010, A 4sätzlich analog § 254 Abs. 1, § 31 BGB entgegenhalten kann.

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