ZIP 2015, 53

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2015AufsätzeLars Klöhn*

Kollateralschaden und Haftung wegen fehlerhafter Ad-hoc-Publizität

Wenn bekannt wird, dass Emittenten ihre Ad-hoc-Publizitätspflicht verletzt und dem Kapitalmarkt entweder eine schlechte Nachricht verschwiegen oder eine gute Nachricht vorgespiegelt haben, dann sinken die Aktienkurse der Emittenten teils beträchtlich. Nach fast einhelliger Ansicht in Rechtsprechung und Literatur ist dieser Kursrückgang der Ausgangspunkt für die Bestimmung des Differenzschadens, den Anleger nach dem IKB-Urteil des XI. BGH-Senats ersetzt verlangen können, ohne beweisen zu müssen, dass sie konkret, im Einzelfall auf die Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationslage vertraut haben. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass diese Rückwärtsinduktion unter einem Fehler leidet. Die Kurskorrektur bei Bekanntwerden der Wahrheit hat nämlich zwei Ursachen: Erstens reagiert der Markt auf die verschwiegene oder vorgespielte Information. Zweitens reagiert er darauf, dass der Emittent seine Ad-hoc-Pflicht verletzt hat. Dieser zweite Bestandteil des Kursrückgangs („Kollateralschaden“) ist nicht Teil des ersatzfähigen Differenzschadens. Die praktische Bedeutung dieser Frage ist erheblich. Empirische Evidenz aus den USA deutet darauf hin, dass der Kollateralschaden einen substantiellen Teil der durchschnittlichen Kurskorrektur ausmacht. Der zu ersetzende Differenzschaden ist also meist deutlich niedriger als von der herrschenden Meinung angenommen.
*
Dr. iur., LL.M. (Harvard), Universitätsprofessor, München

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