ZIP 2006, 1582

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2006RechtsprechungGesellschafts- und KapitalmarktrechtGmbHG §§ 32a, 32b; InsO § 110 Abs. 1; BGB §§ 1123, 1124 Abs. 2; ZVG §§ 146 ff.Keine Einrede der eigenkapitalersetzenden Nutzungsüberlassung in der Insolvenz des GesellschaftersGmbHG§ 32aGmbHG§ 32bInsO§ 110BGB§ 1123BGB§ 1124ZVG§ 146OLG Brandenburg, Urt. v. 12.07.2006 – 3 U 220/05 (nicht rechtskräftig; LG Neuruppin)OLG BrandenburgUrt.12.7.20063 U 220/05nicht rechtskräftigLG Neuruppin

Leitsätze des Gerichts:

1. Die Einrede der eigenkapitalersetzenden Nutzungsüberlassung steht dem Insolvenzverwalter über das Vermögen der Gesellschaft gegenüber dem Insolvenzverwalter über das Vermögen des Gesellschafters nicht zu (Fortführung von BGH, Urt. v. 7.12.1998 – II ZR 382/96, BGHZ 140, 147 = ZIP 1999, 65; BGH, Urt. v. 31.1.2000 – II ZR 309/98, ZIP 2000, 455 = NZG 2000, 371).
2. Hatte der Schuldner als Vermieter einer Immobilie oder von Räumen vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über sein Vermögen über die Mietforderung für die spätere Zeit durch eine wie eine rechtsgeschäftliche Stundungsabrede wirkende kapitalersetzende Nutzungsüberlassung verfügt, dann ist diese Verfügung nur wirksam, soweit sie sich auf die Miete für den zur Zeit der Eröffnung des Verfahrens laufenden Kalendermonat bezieht, vgl. § 110 Abs. 1 InsO (Fortführung BGHZ 140, 147 = ZIP 1999, 65; BGH ZIP 2000, 455 = NZG 2000, 371).
3. Ist der Mieter ohne Rücksicht auf den weiteren bestehenden Mietvertrag endgültig ausgezogen und hat keine Miete mehr gezahlt und vermietet der Vermieter daraufhin das Mietobjekt zu einem niedrigeren Mietzins weiter, der dem erzielbaren Marktpreis entspricht, so bleibt der Mieter verpflichtet, die Mietdifferenz zu zahlen (Anschluss an BGH, Urt. v. 31.3.1993 – XII ZR 198/91, BGHZ 122, 163 = ZIP 1993, 774; BGH, Urt. v. 22.12.1999 – XII ZR 339/97, ZfIR 2000, 616 = NJW 2000, 1105).
4. Der Vermieter muss sich in diesem Fall auf die geltend gemachte vertragliche Miete diejenigen Vorteile anrechnen lassen, die er durch die Weitervermietung der Mietsache erlangt hat (Anschluss an BGHZ 122, 163 = ZIP 1993, 774; BGH ZfIR 2000, 616 = NJW 2000, 1105).

Der Inhalt dieses Beitrags ist nicht frei verfügbar.

Für Abonnenten ist der Zugang zu Aufsätzen und Rechtsprechung frei.

Verlagsadresse

Verlag Dr. Otto Schmidt KG

Gustav-Heinemann-Ufer 58

50968 Köln

Kontakt

Tel.: 0221/93738-997

Fax: 0221/93738-943

E-Mail: kundenservice@otto-schmidt.de


Servicezeiten: Mo–Fr 8–17 Uhr

© 2020 Verlag Dr. Otto Schmidt KG

Erweiterte Suche

Seminare

Rubriken

Veranstaltungsarten

Zeitraum

Bücher

Rechtsgebiete

Reihen



Zeitschriften

Aktuell