ZIP 2006, 1749

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2006AufsätzeGünter H. Roth*

Der weite Weg vom Handels- zum Unternehmensrecht

Die Lehren aus der österreichischen HGB-Reform von 2005

Unternehmen und Unternehmensrecht waren vor 30 Jahren und mehr schon einmal Zentralbegriffe der wirtschaftsrechtlichen Diskussion. Das stand damals freilich im Zeichen einer zunächst eher soziologisch1 und dann mitbestimmungs- bzw. unternehmensverfassungsrechtlich geprägten Annäherung2 und kristallisierte sich in bildhaften Formeln wie „sozialer und ökonomischer Verbund von wirtschaftenden Personen und sächlichen Mitteln“ aus.3 Die Thematisierung des Unternehmensbegriffs, wie sie im letzten Jahrzehnt in Deutschland und Österreich in den Mittelpunkt rückte, zielt in eine andere Richtung. Es geht um die Fortentwicklung des traditionellen Handelsrechts zu einem modernen Unternehmensrecht, um die Ersetzung des Kaufmanns als Anknüpfungsbegriff durch den Unternehmer oder das Unternehmen, damit gleichzeitig um die Herausbildung einer klaren Antithese zwischen einem Handels- oder Unternehmensrecht und dem Verbraucherrecht. Das war die Leitidee bestimmter Reformbestrebungen in Deutschland, die sich in der HGB-Novelle 1998 letztlich nicht durchzusetzen vermochten, sie ist aber nunmehr zur Grundlage der österreichischen HGB-Reform von 2005/2007 geworden,4 die gleichzeitig dem alten Gesetz den der Leitidee korrespondierenden neuen Namen verleiht: Unternehmensgesetzbuch (UGB).
*
Dr. iur., Universitätsprofessor, Innsbruch
1
z.B. Th. Raiser, Das Unternehmen als Organisation, 1969.
2
z.B. Steinmann/Gerum, Reform der Unternehmensverfassung, 1978.
3
Deutsches Rechtslexikon, Stichwort „Unternehmen (Gesellschaftsrecht)“ unter Berufung auf K. Schmidt.
4
G. v. 27.10.2005, öBGBl I Nr. 120/2005, In-Kraft-Treten 1.1.2007. Einführend Krejci, ZHR 170 (2006), 113.

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