ZIP 2013, 2038

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2013AufsätzeKlaus Wimmer*

Gläubigerautonomie und Insolvenzanfechtung

Ein wichtiges Anliegen des ESUG vom 7.12.2011 (BGBl I, 2582) war sicherlich eine Stärkung der Gläubigerautonomie, was sich insbesondere an dem deutlich größeren Einfluss der Gläubiger auf die Bestellung des Insolvenzverwalters ablesen lässt (vgl. nur BT-Drucks. 17/5712, S. 17 f.). Allerdings wurde durch dieses Gesetz auch eine Entwicklung eingeleitet, die zumindest in ihren Auswüchsen einer gewissen Korrektur durch die Rechtsprechung bedarf. In diesem Zusammenhang sei etwa an die Diskussion erinnert, ob der neue § 56a InsO, der die Gläubigerbeteiligung bei der Verwalterbestellung regelt, so zu verstehen ist, dass das Insolvenzgericht an ein einstimmiges Votum des vorläufigen Gläubigerausschusses, auf die Unabhängigkeit des Verwalters zu verzichten, zwingend gebunden ist (so Schmidt/Hölzle, ZIP 2012, 2238, 2240 ff.; a.A. Bork, ZIP 2013, 145 ff.; Vallender/Zipperer, ZIP 2013, 149 ff.; Frind, ZInsO 2013, 59 ff.; Ries, in: Karsten Schmidt, InsO, 18. Aufl., 2013, § 56 Rz. 21). Bereits diese – zugegebenermaßen heftig kritisierte – Auffassung in der Literatur belegt, zu welchem Wildwuchs in der Ausweitung des Gläubigereinflusses das ESUG Anlass geboten hat. Insofern könnte man etwas polemisch formulieren, es habe den Weg geebnet von der Gläubigerautonomie zur Gläubigeranarchie.
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Dr. iur., Ministerialrat, Berlin

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